18.08.17/Fr

Und während ich bei der Landung aus dem Fenster schaute, hob ein anderes Flugzeug gerade ab. Ich spürte ein Ziehen in der Brust, eine Sehnsucht, die ich lange nicht mehr hatte. Ich wollte weg, weg, weg. Letztens erst dachte ich darüber nach, wie mein Fernweh vor paar Jahren doch nur eine leichtsinnige Form von Eskapismus darstellt, auf juvenile Art in Nacht-und-Nebel-Aktion zu verschwinden, in urigen Waldhütten sich auf Walden zu besinnen oder am Meer den Sand zwischen den Zehen zu spüren, weniger der Orte wegen, mehr meinetwegen. Langsam gab ich mich mit dem Gedanke zufrieden, nicht alles von der Welt zu sehen, mich auf meinen kleinen Mikrokosmos zu konzentrieren. Was mir früher furchtbar banal und verschwenderisch vorkam, ist heute die wahr gewordene Trägheit, die ich mit den Jahren dazubekam.

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